Anpassung an eine sich verändernde Grasqualität
Die Grasqualität kann sich im Verlauf der Weidesaison vom Spätsommer bis in den Herbst hinein erheblich verändern. Mit zunehmender Reife enthält das Weidegras in der Regel mehr Strukturfasern, während Verdaulichkeit und Energiedichte abnehmen können. Gleichzeitig nehmen die Kühe oft auch weniger Trockensubstanz auf.
Wer diese Veränderungen frühzeitig erkennt, kann die Ration entsprechend anpassen und die Milchleistung auch im weiteren Saisonverlauf unterstützen.
Spätsaisonales Gras kann zudem in seiner Zusammensetzung variieren. Schübe von blattreichem Nachwuchs etwa können einen höheren Ölgehalt aufweisen, sobald das Gras die generative Ährenschub-Phase verlässt. Auch wenn dieser frische Aufwuchs ernährungsphysiologisch vielversprechend erscheinen mag, kann sein höherer Ölgehalt eine Pansenreaktion auslösen, die der im Frühjahr ähnelt, und zu einer Milchfettdepression beitragen.
Wer sowohl das Grasangebot als auch dessen Zusammensetzung im Blick behält, kann auf diese saisonalen Veränderungen reagieren und die Ration rechtzeitig anpassen.
Energie und Pansenfunktion in Balance halten
Eine dieser Anpassungen ist die Zufütterung. Sie kann helfen, die Energieaufnahme aufrechtzuerhalten, wenn der Beitrag der Weide abnimmt. Entscheidend ist jedoch, wie diese zusätzliche Energie bereitgestellt wird, um die Pansenfunktion zu unterstützen.
Getreide kann zusätzliche Energie liefern, doch die Einsatzmenge muss sorgfältig gesteuert werden. Stärkereiche Futtermittel fermentieren schnell, was die Säureproduktion erhöht und den Pansen-pH-Wert senkt. Wird der Getreideanteil zu weit erhöht, kann dies die Faserverdauung beeinträchtigen und das Risiko einer subklinischen Pansenazidose steigern – mit möglichen Folgen für Milchmenge und Milchfettgehalt.
Der Schutz der Pansenfunktion muss bei der Anpassung spätsaisonaler Rationen weiterhin Priorität haben. Das bedeutet, nicht nur zu betrachten, wie viel zusätzliche Energie die Zufütterung liefert, sondern auch, woher diese Energie stammt.
Mehr Energie ohne zusätzliche Säurebelastung
Pansengeschützte Fette bieten eine weitere Möglichkeit, die Energiedichte spätsaisonaler Rationen zu erhöhen. Da sie im Pansen nicht fermentiert werden, liefern sie konzentrierte Energie direkt an den Dünndarm, ohne zur Säureproduktion im Pansen beizutragen.
Für Landwirte liegt der Vorteil darin, das Energieangebot erhöhen zu können, während die normale Pansenfunktion weiterhin unterstützt wird. Mit einer rund 2,5-fach höheren Energiedichte im Vergleich zu Getreide können geschützte Fette mehr Energie liefern, ohne auf höhere Mengen schnell fermentierbarer Stärke angewiesen zu sein.
Als Teil einer ausgewogenen Zufütterungsration kann dieser Ansatz dazu beitragen, die Faserverdauung und die Pansenstabilität zu erhalten und gleichzeitig die für die Milchleistung verfügbare Energie zu erhöhen. Forschungsergebnisse zu Weidekühen zeigen, was dies über eine verlängerte Laktation hinweg bedeuten kann.
Unterstützung der Milchleistung während der Spätsaison-Weidehaltung
Am Dairy Research Centre des Tasmanian Institute of Agriculture wurden in einem Versuch 150 weidebasierte Milchkühe von Tag 20 bis Tag 220 der Laktation begleitet. Die Hälfte erhielt die Kontrollration, die andere Hälfte zusätzlich 250 g/Tag des pansengeschützten Fetts Megalac.
Die Milchleistungssteigerung hielt über den gesamten Zufütterungszeitraum an. Kühe, die 250 g/Tag Megalac erhielten, produzierten am Höhepunkt bis zu 2,1 kg mehr Milch pro Tag und lagen an Tag 200 der Laktation noch immer bei bis zu 1,5 kg/Tag zusätzlicher Milchleistung – bei gleichzeitig hoher Fruchtbarkeit.
Für Landwirte, die Kühe auf der Weide managen, zeigt diese anhaltende Milchleistungssteigerung, wie eine gezielte Energiezufütterung die Milchleistung im Verlauf der Laktation unterstützen kann. Wenn sich der ernährungsphysiologische Beitrag der Weide im späteren Saisonverlauf verändert, kann eine gezielte Zufütterung helfen, die Milchleistung zu unterstützen und gleichzeitig die Pansenfunktion zu schützen.
Das Beste aus der Spätsaison-Weidehaltung herausholen
Die Fütterung in der Spätsaison funktioniert am besten, wenn die Zufütterung auf das jeweilige Grasangebot abgestimmt wird. Die Beobachtung von Grasqualität und -verfügbarkeit kann Landwirten helfen zu entscheiden, wann die Zufütterung eine größere Rolle spielen muss und wann zusätzliche Energie in der Ration nötig ist, um die Leistung weiter zu unterstützen.
Mit sinkender Grasqualität können pansengeschützte Fette Teil dieser Zufütterungsstrategie werden, da sie die Energiedichte erhöhen, ohne die Säurebelastung im Pansen zu steigern. In Kombination mit gutem Weidemanagement erhalten Landwirte so eine praktikable Möglichkeit, Energieversorgung, Milchleistung und Milchqualität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Pansenfunktion bis zur Stallhaltung zu schützen.
Eine vorausschauende Planung der Zufütterung entsprechend den sich verändernden Grasbedingungen kann helfen, das Beste aus der Weidesaison herauszuholen und eine gleichbleibende Herdenleistung beim Übergang zur Winterration zu unterstützen.
Möchten Sie mehr über das Fütterungsmanagement während der Spätsaison-Weidehaltung erfahren? Entdecken Sie die technischen Informationen von Megalac zu Fetten in der Tierernährung oder sprechen Sie mit Ihrem Fütterungsberater darüber, wie sich pansengeschützte Fette in Ihre Zufütterungsstrategie integrieren lassen.
Bewiesen durch Wissenschaft. Vertraut von Landwirten.