Ein Jahr voller Herausforderungen, Veränderungen und Fortschritte in der Milchviehernährung
2025 im Überblick
Für viele Milchviehhalter war das Jahr insgesamt positiv: Ein günstiges Milch-zu-Futterpreis-Verhältnis sorgte für dringend benötigte Gewinne. Gleichzeitig führte das weltweite Überangebot an Milch in den vergangenen drei bis vier Monaten zu erheblichem Preisdruck und deutlichen Rückgängen der Milchpreise.
Parallel dazu war die Grundfutterqualität infolge eines überdurchschnittlich trockenen Sommers auch in Deutschland und Österreich regional stark schwankend. Effizienz wurde damit zu einem der prägenden Themen des Jahres. Ungleichmäßiges Graswachstum, geringere Erträge im Grünland sowie teils knappe Silagereserven erforderten in beiden Ländern eine gezieltere Rationsgestaltung und eine strengere ernährungsphysiologische Steuerung, um Leistung und Wirtschaftlichkeit aufrechtzuerhalten.
Doch wo die Rahmenbedingungen herausfordernd waren, lieferte Innovation die passenden Antworten. Megalac unterstützte Landwirte im Laufe des Jahres dabei, ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Fütterungsentscheidungen umzusetzen – gestützt durch klare Einblicke in den betrieblichen Return on Investment (ROI). Diese Entwicklung spiegelt sich auch in einer breiteren Anerkennung innerhalb der Branche wider, dass pansengeschützte Fette zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Was hat uns das Jahr 2025 also gelehrt und wo hat Ernährung den größten Unterschied gemacht?
Produktneuheit: ROI Calculator 2.0
Eine der praxisrelevantesten Neuerungen dieses Jahres war die Einführung des ROI Calculator 2.0, entwickelt von Volac Wilmar, um Milchviehhaltern dabei zu helfen, den wirtschaftlichen Ertrag des Einsatzes pansengeschützter Fette im Fütterungssystem abzuschätzen.
Anstatt sich auf allgemeine Annahmen oder durchschnittliche Milchleistungsreaktionen zu verlassen, können Betriebe nun leistungsspezifische Ergebnisse modellieren – abgestimmt auf ihre Herde, ihre Ration und ihre individuellen Inputkosten.
Der Rechner basiert auf Daten aus mehr als 65 peer-reviewten Studien, die von Dr. Adam Lock an der Michigan State University geleitet wurden, und schafft Transparenz darüber, welche ökonomischen und ernährungsphysiologischen Effekte unterschiedliche Fettsupplement-Typen haben.
Mit dem ROI Calculator 2.0 können Landwirte:
- Erwartete Steigerungen der Milchleistung prognostizieren
- Leistungsunterschiede zwischen verschiedenen pansengeschützten Fettarten modellieren
- Den finanziellen Ertrag pro Kuh und Tag vergleichen
- Annahmen anhand aktueller Futter- und Milchpreise anpassen
- Den Return on Investment mit größerer Sicherheit quantifizieren
Für Landwirte, die eine klarere und detailliertere wirtschaftliche Bewertung der Fettsupplementierung wünschen, hat sich dieses Tool als wertvolle Entscheidungshilfe etabliert. Es bringt universitär validierte Wissenschaft direkt in die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen des landwirtschaftlichen Alltags.
Fett und Fruchtbarkeit: Wissenschaft in der Praxis
Dieses Jahr bestätigte, was Ernährungsberater seit Langem wissen: Die reproduktive Leistungsfähigkeit der Kuh ist eng mit ihrem Energiestatus verknüpft. Reicht die Energieversorgung nicht aus, priorisiert die Kuh Überleben und Erhaltung gegenüber der Fortpflanzung. Die physiologischen Folgen davon spiegeln sich deutlich in den Kennzahlen wider. Studien zeigen, dass bereits ein Verlust von 0,5 Punkten im Body-Condition-Score die Konzeptionsrate um rund 10 % senken kann – ein Hinweis darauf, wie fein austariert das Zusammenspiel von Energie und Fruchtbarkeit tatsächlich ist.
Die Fettsupplementierung spielt hierbei eine besonders wichtige Rolle: Sie erhöht nicht nur die verfügbare Gesamtenergie, sondern beeinflusst auch reproduktive Hormone auf zellulärer Ebene. Fette liefern essenzielle Vorstufen für Progesteron, das Hormon, das für den Aufbau und Erhalt der Trächtigkeit verantwortlich ist, und stellen damit sicher, dass das Reproduktionssystem der Kuh über die notwendige biochemische Unterstützung verfügt.
Auch die Art des Fettes ist entscheidend. Die in Megalac enthaltene Ölsäure (C18:1) wird mit einer verbesserten Eizellqualität und einer günstigeren Embryonalentwicklung in Verbindung gebracht. In der Praxis bedeutet dies, dass Kühe besser auf die Konzeption vorbereitet sind und die frühen Phasen der Trächtigkeit wirksamer unterstützt werden.
Immer mehr Erzeuger erkannten in diesem Jahr, dass Fruchtbarkeit auf einer metabolischen Bereitschaft beruht, lange bevor die eigentliche Belegung beginnt. Treten Kühe mit einer positiveren Energiebilanz und dem richtigen Fettsäureprofil in der Fettsupplementierung in dieses Fruchtbarkeitsfenster ein, steigen die Chancen deutlich, dass sie aufnehmen, die Trächtigkeit halten und regelmäßige Abkalbeintervalle erreichen.
Gemessene Leistung mit wissenschaftlich belegten Ergebnissen
Dieses Jahr hat erneut gezeigt: Energie und Fruchtbarkeit sind grundlegende Faktoren – doch Leistung zeigt sich letztlich im Milchtank. Einer der klarsten Belege dafür stammt aus dem viel zitierten Datensatz der Cornell University. Dort führten Rationen, die mit 1,5 % Megalac pro Kuh und Tag ergänzt wurden, zu einer Steigerung der Milchleistung um 3,2 kg je Kuh und Tag. Für Betriebe, die ihre Leistung aufrechterhalten und gleichzeitig die Körperkondition schützen wollen, ist ein solcher Zuwachs besonders relevant – vor allem in Phasen knapper Margen.
Bemerkenswert an diesem Effekt ist nicht nur die höhere Milchmenge, sondern auch die Quelle dieser Mehrleistung: zusätzliche nutzbare Energie, bereitgestellt ohne Beeinträchtigung der Pansenfunktion. Pansengeschützte Fette passieren den Pansen weitgehend unverändert und werden erst im Dünndarm verdaut. Dadurch liefern sie Energie, ohne die Säurebelastung zu erhöhen, ohne das Risiko von Pansenstörungen zu steigern und ohne die Faserverdauung in der Ration zu beeinträchtigen.
Dies deckt sich mit einer breiten Evidenzbasis, die zeigt, dass pansengeschützte Fette:
- höhere Milchinhaltstoffe und Gesamterträge unterstützen,
- die Energieeffizienz insgesamt verbessern,
- stabile Pansenbedingungen fördern,
- eine höhere Leistung auf Basis derselben Futtergrundlage ermöglichen.
In der Praxis ist diese Konstanz entscheidend. Sie gibt Erzeugern ein verlässliches Instrument an die Hand, um die Energieversorgung unabhängig von Grundfutterqualität oder Stärkegehalten gezielt zu steuern. In einem Jahr, in dem viele Herden durch Futtervariabilität und klimatische Belastungen gefordert waren, wurde diese ernährungsphysiologische Stabilität zu einem strategischen Vorteil.
Die Ergebnisse aus Cornell, gestützt durch zahlreiche peer-reviewte Studien sowie den langjährigen Praxiseinsatz, bestätigten, dass pansengeschützte Fette weit mehr sind als nur eine zentrale Futterkomponente. Sie wirken als Leistungstreiber, der Futterenergie mit bemerkenswerter Effizienz in produktive Leistung umsetzt.
Über Energie hinaus: Effizienz und Nachhaltigkeit
Mit der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit auf der globalen Agenda der Milchwirtschaft betrachten viele Erzeuger pansengeschützte Fette zunehmend als Bestandteil einer langfristigen Umweltstrategie. Da diese Fette der Pansenfermentation entgehen, liefern sie Energie, ohne zusätzlich fermentierbares Substrat in den Pansen einzubringen. Ein zentraler Mechanismus, der mit einer verbesserten Futterverwertung sowie einer geringeren Methanbildung und -intensität pro Liter erzeugter Milch in Verbindung steht.
Anstatt im Pansen Wasserstoff und Gase zu erzeugen, werden pansengeschützte Fette im Dünndarm verdaut. Dadurch ermöglichen sie eine höhere Milchleistung bei verhältnismäßig geringeren Energieverlusten. Dieses Prinzip – Energie effizient bereitzustellen, statt sie in der Fermentation zu verlieren – findet zunehmend Anerkennung in der Branche. Dies spiegelt sich auch in der breiteren Diskussion wider, in der pansengeschützte Fette innerhalb nachhaltiger Milchproduktionssysteme immer stärker an Bedeutung gewinnen.
Über die Methanfrage hinaus erstreckt sich der Nachhaltigkeitsaspekt auch auf die Ressourcennutzung. Wenn pansengeschützte Fette die Energiedichte der Ration erhöhen, können Betriebe mit der bestehenden Futtergrundlage die gleiche oder sogar eine höhere Leistung erzielen. Dadurch sinkt nicht nur der Flächendruck, sondern auch der Bedarf an Ackerbau-Inputs sowie Futtermittelimporten. Dies ist besonders relevant in Regionen, in denen Grundfutterverfügbarkeit, Niederschlagsmengen und Anbaubedingungen stark schwanken.
Das wachsende Interesse an verbesserter respiratorischer Effizienz und einer reduzierten Methanintensität spiegelt sich sowohl in der aktuellen Forschung als auch in praxisnahen Versuchen der Erzeuger wider. Dabei erweist sich die Fütterung als einer der praktischsten und am besten steuerbaren Hebel. In diesem Kontext heben sich fettbasierte Energiestrategien weiterhin dadurch hervor, dass sie Produktivität und ökologische Verantwortung miteinander verbinden und Milchproduktionssystemen helfen, steigende Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen, ohne die Leistung zu gefährden.
Ausblick auf 2026
Fruchtbarkeit, Futtereffizienz und Emissionen werden auch im kommenden Jahr zentrale Prioritäten bleiben, während Betriebe Leistung und ökologische Verantwortung miteinander in Einklang bringen. Megalac und das gesamte Volac-Wilmar-Team werden weiterhin eng mit Landwirten zusammenarbeiten, um wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Fütterungsstrategien zu übersetzen – mit dem Ziel, Energieversorgung, Milchqualität und Nachhaltigkeit gemeinsam zu stärken.
Wenn Sie Klarheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen gewinnen möchten, zeigt Ihnen der ROI Calculator 2.0 konkret, welchen Beitrag pansengeschützte Fette zu Ihrem täglichen Milcherlös leisten können. Und wenn Sie darüber hinaus fachliche Unterstützung suchen, bietet der Megalac Resources & Advice Hub eine Vielzahl praxisorientierter Tipps, Einblicke und wissenschaftlicher Inhalte für eine noch effizientere Fütterung.
Das Jahr 2025 hat uns gezeigt, dass Effizienz und Fruchtbarkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Auf ein weiteres Jahr mit gesunden Kühen, stabilen Leistungen und durchdachten Fütterungsentscheidungen!