Nutzen Sie jede Tonne Maissilage optimal

Maissilage ist eine wertvolle Grundlage für Milchviehrationen. Als betriebseigene Stärke- und Energiequelle unterstützt sie die Milchproduktion. Ihr Nährwert variiert jedoch von Silo zu Silo. Wachstumsbedingungen, Reifegrad bei der Ernte und Fermentation beeinflussen die Silagequalität und die Stärkeverfügbarkeit. Eine ForFarmers-Auswertung aus dem Jahr 2025 ergab beispielsweise, dass die in Großbritannien untersuchten Maissilageproben im Jahr 2022 durchschnittlich 30,3 % Stärke enthielten, im Jahr 2024 hingegen 27,6 %.

Genau zu wissen, welche Nährstoffe Ihr Mais liefert, ist der Ausgangspunkt für eine ausgewogene Ration. Von der Auswahl ergänzender Energiequellen bis zum Erhalt der Pansenfunktion beeinflussen verschiedene Faktoren, wie effizient Ihre Kühe das selbst erzeugte Grobfutter verwerten.

Wir haben fünf praktische Ansatzpunkte zusammengestellt, die Ihnen helfen, Ihre Maissilage optimal zu nutzen und die Leistung Ihrer Herde zu unterstützen.


1. Wissen Sie, was Ihre Maissilage liefert

Der erste Schritt zur optimalen Nutzung Ihrer Maissilage besteht darin, ihre tatsächliche Zusammensetzung im Silo zu kennen.

Regelmäßige Grobfutteranalysen liefern eine verlässliche Grundlage für Fütterungsentscheidungen. So müssen Sie sich nicht auf typische Maiswerte oder Ergebnisse aus früheren Jahren verlassen. Wichtige Kennzahlen wie Trockenmasse, umsetzbare Energie, Stärkegehalt und Verdaulichkeit helfen Ihnen, den Futterwert Ihrer Silage fundiert einzuschätzen.

Die Untersuchungen sollten auch nach der ersten Probe fortgesetzt werden. AHDB empfiehlt, während der gesamten Fütterungsperiode regelmäßig Maissilage von der Anschnittfläche zu untersuchen, da sich ihr Futterwert nach der Ernte weiter verändern kann. 

Wenn Sie wissen, welche Nährstoffe Ihre Maissilage liefert, können Sie die übrige Ration gezielt darauf abstimmen und erkennen, wo zusätzliche Energie benötigt wird. Die einzelnen Futterkomponenten liefern Energie auf unterschiedliche Weise. Die Auswahl geeigneter Ergänzungen ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Rationsgestaltung.

2. Setzen Sie nicht automatisch auf mehr Stärke

Wenn Ihre Maissilage den Energiebedarf der Herde nicht ausreichend deckt, liegt es nahe, den Getreideanteil zu erhöhen. Die Energiequelle ist jedoch ebenso entscheidend wie die zugeführte Energiemenge.

Getreidearten wie Weizen und Gerste enthalten schnell fermentierbare Stärke. Bei ihrem Abbau im Pansen entstehen Säuren. Übersteigt die Säureproduktion die Fähigkeit des Pansens, diese Säuren abzupuffern und aufzunehmen, kann der pH-Wert sinken. Dadurch wird die Faserverdauung beeinträchtigt und das Risiko einer subakuten Pansenazidose steigt. Ein zu hoher Anteil schnell fermentierbarer Stärke kann außerdem zu einem Rückgang des Milchfettgehalts führen.

Beim Ausgleich eines Energiedefizits sollten Sie deshalb auf ein gesundes Pansenmilieu achten. Prüfen Sie, wie alternative Energiequellen, einschließlich Futterfetten, die Ration ergänzen und zugleich die Pansenfunktion und Milchproduktion unterstützen können.

3. Achten Sie auf die Ausgewogenheit der gesamten Ration

Verdauliche Faserquellen wie Sojaschalen, Zitrustrester und Zuckerrübenschnitzel können maissilagebasierte Rationen sinnvoll ergänzen. Sie liefern eine alternative Energiequelle zur Getreidestärke und tragen dazu bei, die Ration auszubalancieren sowie die Pansenfunktion und Milchfettproduktion zu unterstützen.

Ihr Einsatz hat jedoch praktische Grenzen. Gegenüber konzentrierteren Energiequellen besitzen verdauliche Faserkomponenten eine geringere Energiedichte und beanspruchen mehr Volumen im Pansen. Wird ihr Anteil zu stark erhöht, kann die Pansenfüllung die Futteraufnahme begrenzen. Damit wird auch die gesamte Energieaufnahme der Kühe eingeschränkt.

Ziel ist die passende Kombination von Futterkomponenten, die Ihre Maissilage ergänzt und eine ausreichende Energieversorgung gewährleistet. Gerade bei Hochleistungskühen sollten Sie berücksichtigen, wie viel Energie die Ration innerhalb der Futtermenge liefern kann, die die Tiere tatsächlich aufnehmen können.

4. Erhöhen Sie die Energiedichte, ohne die Säurebelastung zu steigern

Benötigen Kühe mehr Energie, als die bestehende Ration ausreichend bereitstellen kann, bieten pansengeschützte Fette eine Möglichkeit, die Energiedichte zu erhöhen. Dafür müssen weder zusätzliche fermentierbare Stärke noch voluminöse Futterkomponenten eingesetzt werden.

Fett ist der energiereichste Nährstoff für Milchkühe. Seine Energiedichte beträgt mehr als das 2,5-Fache der Energiedichte von Getreide. Bereits relativ geringe Einsatzmengen können die verfügbare Energie in der Ration spürbar erhöhen. Die Zugabe von 500 g Megalac kann beispielsweise die Energiedichte der Ration um etwa 0,5 MJ/kg Trockenmasse (TM) steigern.

Im Gegensatz zu Getreidestärke werden pansengeschützte Fette im Pansen nur in geringem Umfang abgebaut. Die Fettsäuren gelangen zur Verdauung und Aufnahme in den Dünndarm. Dadurch steht zusätzliche konzentrierte Energie zur Verfügung, ohne die durch Fermentation entstehende Säurebelastung des Pansens zu erhöhen. Das macht pansengeschützte Fette zu einer sinnvollen Ergänzung maissilagebasierter Rationen.

5. Stimmen Sie die Fettsäuren auf Ihre Leistungsziele ab

Bei der Auswahl eines Fettzusatzes spielt die Erhöhung der Energiezufuhr eine Rolle. Sein Fettsäureprofil beeinflusst außerdem, wie diese Energie genutzt wird. Unterschiedliche Fettsäuren unterstützen unterschiedliche Leistungsziele. Deshalb ist das Laktationsstadium der Kuh ein entscheidender Faktor bei der Auswahl.

Frühe Laktation

Während der ersten 120 Tage nach dem Abkalben gilt es, die Energieversorgung sicherzustellen und übermäßige Verluste an Körperkondition zu begrenzen. Ergänzungsfuttermittel mit Ölsäure (C18:1) können die Verdaulichkeit des gesamten Fettes in der Ration verbessern und dazu beitragen, dass Nährstoffe für den Erhalt der Körperkondition genutzt werden. C18:1 unterstützt außerdem die Entwicklung von Eizellen und Embryonen und ist damit für Fütterungsstrategien relevant, die auf die nachfolgende Fruchtbarkeit ausgerichtet sind.

Spätere Laktation

Sobald Kühe den Höhepunkt ihrer Milchleistung überschritten haben oder wieder trächtig sind, können sich die Prioritäten in der Fütterung verändern. Ergänzungsfuttermittel mit einem erhöhten Anteil an Palmitinsäure (C16:0) können dazu beitragen, mehr Nährstoffe für die Milch- und Milchfettproduktion bereitzustellen. Das ist insbesondere dann relevant, wenn eine höhere Produktion von Milchinhaltsstoffen angestrebt wird.

Mit einem auf das jeweilige Laktationsstadium abgestimmten Fettzusatz können Sie die gewünschten Leistungsziele gezielt unterstützen und die Energie aus der gesamten Ration effizienter nutzen.

Nutzen Sie den Nährwert Ihres selbst angebauten Maises optimal

Die optimale Nutzung von betriebseigenem Mais beginnt damit, seinen Nährwert zu kennen und die Ration gezielt darauf abzustimmen. Zusätzliche Stärke kann die Energieversorgung erhöhen. Eine ausgewogene Kombination der Energiequellen ist jedoch ebenso entscheidend, um die Pansenfunktion zu erhalten und die Leistung der Herde zu unterstützen.

Wenn zusätzliche Energie benötigt wird, können pansengeschützte Fette die Maissilage sinnvoll ergänzen. Wählen Sie dabei ein Fettsäureprofil, das zum Laktationsstadium Ihrer Kühe und zu Ihren Leistungszielen passt.

Mit einer ausgewogenen Ration können Sie Ihr selbst erzeugtes Grobfutter effizient nutzen und während der gesamten Laktation Milchproduktion, Milchinhaltsstoffe, Körperkondition und Fruchtbarkeit unterstützen.

Weitere Hinweise zur Optimierung Ihrer maissilagebasierten Ration finden Sie in unseren Fachinformationen. Besprechen Sie außerdem mit Ihrer Fütterungsberatung, welche Strategie zur Ergänzung mit Futterfetten für Ihre Herde geeignet ist.

Wissenschaftlich belegt. Von Landwirten geschätzt.