Hitzestress beginnt bei der Futteraufnahme

Wenn die Temperaturen steigen, ist eine Veränderung der Futteraufnahme oft das Erste, was Milchviehhalter bemerken. Untersuchungen zeigen, dass Hitzestress sowohl die Trockenmasseaufnahme als auch die Milchleistung verringert, wobei sich das Fressverhalten der Kühe verändert, um mit den höheren Temperaturen besser zurechtzukommen.

Kühe verbringen von Natur aus weniger Zeit mit dem Fressen, und die Futteraufnahme verschiebt sich häufig in die kühleren Tagesabschnitte. Das hilft ihnen zwar, ihre Körpertemperatur zu regulieren, kann aber die Aufrechterhaltung der Leistung erschweren, insbesondere in Herden mit hoher Milchleistung.

Wenn Kühe weniger fressen, muss jedes Kilogramm Trockenmasse möglichst viel Energie und Nährwert liefern. Die Kühe müssen aus jedem Bissen mehr herausholen, damit sie ihre Milchproduktion und Leistung auch bei steigenden Temperaturen aufrechterhalten können.

Zu verstehen, wie Hitzestress das Fressverhalten beeinflusst, ist der erste Schritt zu einer Ration, die mit der Kuh arbeitet und nicht gegen sie.

Warum Kühe weniger fressen

Eine der ersten Reaktionen auf Hitzestress ist ein Rückgang der Futteraufnahme. Da Fressen und Verdauen Wärme erzeugen, hilft eine geringere Futteraufnahme, die zusätzliche Wärmebelastung zu begrenzen.

Dabei geht es jedoch nicht nur darum, wie viel, sondern auch darum, wie die Kühe fressen. Die Futteraufnahme wird unregelmäßiger: Die Kühe verlagern das Fressen in kühlere Tagesabschnitte und nehmen häufig größere Mengen in kürzeren Zeitfenstern auf. Dieses sogenannte „Slug Feeding“ kann zu einer unausgeglichenen Nährstoffversorgung über den Tag führen und die Rationsbalance erschweren. Unter stärkerem Hitzestress kann dieser Rückgang erheblich werden, wobei die Trockenmasseaufnahme um 20–40 % sinkt.

Diese Veränderungen im Fressverhalten können sich auf das gesamte Verdauungssystem auswirken. Größere, aber seltenere Mahlzeiten stellen höhere Anforderungen an den Pansen, während längere Abstände zwischen den Fütterungen eine gleichmäßige Verdauung erschweren können. Hitzestress beeinflusst also nicht nur, wie viel Kühe fressen, sondern auch, wie effektiv sie das aufgenommene Futter tatsächlich verwerten.

Pansenstabilität und Fütterungsentscheidungen

Veränderungen im Fressverhalten unter Hitzestress wirken sich direkt auf die Pansenfunktion aus. Da die Kühe weniger Zeit mit Wiederkäuen verbringen, sinkt die Speichelproduktion, wodurch die natürliche Pufferkapazität des Pansens abnimmt. Gleichzeitig erschweren unregelmäßigere Fütterungsmuster ein stabiles Verdauungsmilieu. Aktuelle Fachinformationen zeigen, dass eine verringerte Wiederkäuaktivität und ein verändertes Fressverhalten unter Hitzestress die Pansenstabilität und Verdauung stören können, was die effektive Futterverwertung der Kühe einschränkt.

Eine stabile Pansenfunktion wird umso wichtiger, je mehr sich die Fütterungsmuster verändern. Die Faserverdauung kann an Effizienz verlieren, wodurch die Kühe weniger aus der Ration herausholen können. Sinkt die Futteraufnahme, wird häufig der Kraftfutteranteil erhöht, um mehr Energie in die Ration zu bringen. Auf dem Papier erscheint das sinnvoll. Mehr schnell fermentierbare Stärke kann jedoch die Pansenstabilität zusätzlich gefährden und mehr Säure erzeugen – besonders dann, wenn die Fütterungsmuster bereits unregelmäßig sind.

Anstatt die Leistung zu verbessern, führt dies häufig zu noch größerer Unbeständigkeit bei Verdauung und Futteraufnahme. Bei den Kühen können verringertes Wiederkäuen, schwankende Kotkonsistenz und Anzeichen einer suboptimalen Pansenfunktion auftreten.

Mehr aus geringerer Futteraufnahme herausholen

Manche Nährstoffe nehmen einen anderen Weg durch das Verdauungssystem. Pansengeschützte Fette beispielsweise sind Energiequellen, die den Pansen unverändert passieren und erst im Dünndarm verdaut werden. So liefern sie einen deutlichen Energieschub, ohne zur Fermentation oder zusätzlichen Wärmeproduktion beizutragen.

Das ist bei Hitze ein großer Vorteil. Fette liefern mehr als das 2,5-Fache der Energie von Getreide und erzeugen dabei bei Verdauung und Stoffwechsel weniger Wärme, was sie zu einer effizienten Möglichkeit macht, die Energieversorgung aus der Ration zu erhöhen, wenn die Futteraufnahme sinkt.

Für Landwirte bedeutet das, dass jedes aufgenommene Kilogramm Trockenmasse mehr Energie und Nährstoffe liefern kann. Statt darauf zu setzen, dass die Kühe mehr fressen, liegt der Fokus darauf, ihnen zu helfen, mehr aus dem bereits aufgenommenen Futter herauszuholen.

Umsetzung in die Praxis

Die praktische Umsetzung auf dem Betrieb hängt davon ab, wie die Nährstoffversorgung über die Ration erfolgt, wenn die Kühe unter Druck stehen, und wie jedes Kilogramm Trockenmasse stärker genutzt werden kann.

Pansengeschützte Fette ermöglichen dies, ohne das Fressverhalten zu verändern oder die Abhängigkeit von Kraftfutter zu erhöhen. Sie lassen sich in bestehende Rationen integrieren, um die Energiedichte der Ration zu erhöhen, ohne die Säurebelastung im Pansen zu steigern – besonders wichtig, wenn die Futteraufnahme von Tag zu Tag schwankt.

Diese Methode ist besonders bei hochleistenden Kühen sinnvoll, bei denen schon geringe Rückgänge der Futteraufnahme die Milchproduktion schnell beeinträchtigen können. Mehr Energie und Nährstoffe in jedem Bissen unterstützen die Leistung und sorgen für eine gleichmäßigere Tankmilchmenge, wodurch Folgeeffekte später in der Laktation seltener auftreten.

Produkte wie Megalac sind so konzipiert, dass sie sich leicht in diese Strategie einfügen, und bieten Landwirten eine praktische Möglichkeit, die Milchproduktion bei reduzierter Futteraufnahme zu unterstützen, ohne das bestehende System zu stören. Ist auch der Milchfettgehalt zurückgegangen, können Produkte wie Mega-Fat 70 oder Mega-Fat 88 zusätzlich die Milchfettproduktion anregen.

So bleiben Kühe während Hitzestress auf Kurs

  • Trockenmasseaufnahme durch Fütterung in kühleren Tagesabschnitten fördern
  • Übermäßige Abhängigkeit von schnell fermentierbaren Stärkequellen wie Getreide vermeiden
  • Wiederkäuaktivität und Kotkonsistenz als Frühwarnzeichen beobachten
  • Energiedichte, pansengeschützte Fette einsetzen, die die Pansenstabilität in Stressphasen unterstützen
  • Mit einem Fütterungsberater zusammenarbeiten, um die Rationen ausgewogen und konsistent zu halten

Kleine Anpassungen im Rationsmanagement können einen spürbaren Unterschied machen, wie gut Kühe Hitzeperioden bewältigen. Eine maximierte Energiedichte mit Futterkomponenten, die zugleich die Pansenfunktion unterstützen, hilft, die Leistung auch unter weniger vorhersehbaren Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Könnte Ihre Ration davon profitieren, dass Ihre Kühe bei Hitzestress mehr aus jedem Bissen herausholen? Kontaktieren Sie uns noch heute.

Wissenschaftlich bewiesen. Von Landwirten vertraut.